© 2014 Holger Albers

Binnenmajuskeln sind keine sprachlichen Verfremdungen des Bewegungsapparates, sondern Verirrungen einer gentrifizierten Sprache. Als Binnenmajuskel bezeichnet man einen Großbuchstaben an einer Stelle im Wort, an der eigentlich ein kleiner stehen müsste. Ein Beispiel: SchülerInnen.


In aller Regel sind damit Personen beiderlei Geschlechts gemeint. Man findet das vorwiegend bei offiziellen Texten, deren Autoren sonst befürchten als diskriminierend angegriffen zu werden, oder in den feministisch orientierten Medien. Komplett zur Farce wird die Vorschrift zur Verwendung bei einigen Universitäten: Sie drohen mit schlechteren Noten, werde nicht in dieser Weise geschlechtsneutral geschrieben. Man kann es nicht laut genug sagen: Das ist grober Unfug!


Die deutsche Sprache sieht die Verwendung von Binnenmajuskeln in dieser Weise nicht vor! Die einzig zulässigen Formen finden sich bei Eigennamen, etwa bei GutsMuths oder McPhearson. Zumindest der Gesetzgeber hat dies auch begriffen und verwendet inzwischen zwar nicht schön aber trotzdem geschlechtsneutral '.../-innen'. Wie schrieb es schon Sprachpapst Wolf Schneider: Vor Taschendiebinnen und Taschendieben wird gewarnt...



Dezember 2014: Die Binnenmajuskel

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